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Hämorrhoiden

Das "Hämorrhoiden-Leiden" ist ein weiter Begriff und umfasst mehr oder weniger alle Beschwerden, die mit knotigen Erscheinungen am After in Verbindung gebracht werden. Dabei handelt es sich im eigentlichen Sinne um erweiterte Blutgefässe, die sich aus dem Enddarm in den Analkanal vorwölben und erst im Spätstadium nach außen treten.


Es gibt:
Hämorrhoiden I. Grades - reine Vorwölbungen im Enddarm - nur mit dem Proktoskop feststellbar
Hämorrhoiden II. Grades - Vorwölbungen, die beim Pressen vorrutschen und sich spontan wieder zurückziehen
Hämorrhoiden III. Grades - Knoten, die vorfallen und nicht mehr spontan zurückrutschen
Hämorrhoiden IV. Grades - Knoten, die permanent außen liegen (Analprolaps)
Außen liegende Knoten oder tastbare Vorwölbungen sind meistens keine Hämorrhoiden im eigentlichen Sinn. Hier handelt es sich entweder um eine Perianalthrombose (verhärteter und entzündeter Unterhaut-Venenknoten) oder um eine Mariske (Hautfältelung als Restzustand einer Perianalthrombose oder nach Schwangerschaft). Allerdings können Marisken und perianale Thrombose Hinweise für innere Hämorrhoiden darstellen. Auch die Beschwerden können sehr ähnlich ausfallen:
Die Symptome reichen von Jucken und Brennen über tastbare Knoten mit Fremdkörpergefühl, mehr oder weniger ausgeprägte Blutungen und Schmerzen bis hin zur Inkontinenz (Stuhlhalteschwäche).

Eine aktive Behandlung ist notwendig, wenn starke Beschwerden auftreten oder Blutungen beobachtet werden.

Zunächst wird man konservativ behandeln:
- Salben mit oder ohne Kortison - mit oder ohne Schmerzmittel (Lokalanästhetikum)
- Zäpfchen mit oder ohne Mulleinlage

Ernährungsberatung:
keine scharfen Speisen, für weichen Stuhlgang sorgen, viel trinken, keine Zitrusfrüchte etc. viel Bewegung, keine langen Sitzungen auf der Toilette (> 3 min. fördert die Bildung von Hämorrhoiden), den Stuhldrang nicht lange einhalten (erhöht den Druck auf Schließmuskel und Gefässe).


Bevor das Hämorrhoiden-Leiden behandelt wird, sind zwei Untersuchungen obligat:
1. die rektal-digitale Untersuchung (Austasten des Afters mit dem Finger)
2. eine Rektoskopie und Proktoskopie (Spiegelung von Analkanal und Enddarm
3. ggf. ist auch eine komplette Koloskopie (Dickdarmspiegelung) notwendig

Sollte die konservative Behandlung keinen Erfolg haben, oder sind die Hämorrhoiden zu stark ausgeprägt, gibt es folgende Möglichkeiten
1. Verödung - Einspritzen von Aethoxysklerol oder Mandelöl während der Proktoskopie
2. Gummibandligatur - Abbinden der Hämorrhoide ebenfalls während der Proktoskopie
3. Hämorrhoidektomie nach Milligan-Morgan - Operation der Hämorrhoiden unter Voll-Narkose
4. Stapler-Hämorrhoidektomie nach Longo - "minimal-invasive" Hämorrhoiden-Op unter Voll-Narkose




Prof. Dr. med. Markus Steinert
Ärzte
in und um Biberach an der Riß auf jameda